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erster Schnee & Lofoten

Oktober 5, 2009

Es ist schon wieder viel zu viel Zeit vergangen, seitdem ich das letzte mal aus dem Land mit der besten Lebensqualität -wie ich es gerade in einer Schlagzeile gelesen habe- berichtet habe.

Wenn ich mich so recht zurück erinnere knapp einen Monat nicht :-(, ich habe dafür aber wieder jede Menge neue Sachen zu berichten von knapp 2 Wochen Reise quer durch Norwegen. Die größte Neuigkeit ist aber, dass es draußen, während ich an meinem Schreibtisch in die Tasten haue zum ersten Mal schneit 🙂 . Zwar nicht sehr doll, aber immerhin hinterbleibt auf dem Rasen ein weißer Schleier und langsam packt mich der Druck mir endlich eine Winterjacke zuzulegen.

Immerhin bin ich zufrieden, denn bevor es mittlerweile immer schwieriger mit dem Reisen wird, da viele Pässe bereits eingeschneit sind und auch immer weniger Fähren ablegen habe ich doch mittlerweile schon so gut wie alles von dem was sich als „Pflichtprogramm“ für einen Austauschstudenten gehört besichtigt.

Vor ca. 4 Wochen bin ich mit Katharina, einer anderen deutschen Austauschstudentin hier aus Trondheim für 4 Tage auf die Lofoten gefahren. Die Lofoten, auch die Alpen Norwegens genannt sind eine wunderschöne Inselgruppe im Norden Norwegens. Mit dem Flugzeug ging es für uns von Trondheim nach Bodo – der den Lofoten nächsten Stadt auf dem Festland – und nach einer kurzen abendlichen Besichtigung Bodos sowie einigen Stunden Schlaf am Flughafen um 5 Uhr morgens direkt weiter nach Svolvaer, der Hauptstadt der Lofoten.

Das ganze ist auf den ersten Blick keine spannende Sache, doch man darf nicht vergessen, dass das ganze in Norwegen etwas anders ist, als man sich das bei uns vorstellt.

Der Flieger, der uns morgens auf die Lofoten gebracht hat war nichts mehr als eine kleine Propellermaschine, die neben uns und 3 weiteren Personen auch gleich die Post für die Insel in ein paar Säcken in der Sitzreihe neben uns transportiert hat.

Schon der Ausblick aus dem Fliegerchen auf die vielen kleinen Inseln bei Sonnenaufgang war die Reise wert. Angekommen in der Kapitale der Lofoten, die es immerhin auf 4000 Einwohner bringt und eine der wenigen Orte mit Supermarkt ist, durften wir unsere Koffer selbst aus dem Kofferwagen zwischen den Postsäcken herausfischen.

unser_Koffer_kommt_an

unser_Koffer_kommt_an

Da es gerade erst kurz vor 6 Uhr morgens war hatten wir geplant noch etwas im Flughafen zu bleiben, uns frisch zu machen und etwas zu frühstücken. Eigentlich kein Problem, wenn der Fughafen – eigentlich eher eine kleine Hütte mit 3 Räumen und Blümchen und Gardinen im „Warteraum“ – vor Ort nicht um 6 Uhr morgens schließen würde, da wir mit dem letzten Flieger für den Tag gekommen sind. Zum Glück taten wir der Angestellten etwas Leid, als wir ihr mitteilten, dass wir weder Auto noch Unterkunft geplant hatten und durften noch länger alleine im Flughafen bleiben.

Der Rest des ersten Tages gestaltete sich so, dass wir zunächst 5 km nach Svolvaer zu Fuß zurückgelegt haben, uns den Ort – leider bei Regen – angeguckt haben, wobei dieser nicht so viel zu bieten hatte außer einer Touristeninformation und ein paar Geschäften.

auf_dem_Weg_nach_Svolvaer

auf_dem_Weg_nach_Svolvaer

Nach einiger Wartezeit haben wir den nächsten Bus genommen und sind einen Ort weiter gefahren, wo nach Beschreibungen unserer Reiseführer der eindrucksvolle Dom(!!!) der Lofoten liegt. Immernoch am Regnen haben wir uns im Schnelldurchlauf – da nur 1 Stunde Zeit bis zum letzten Bus – den Ort angeschaut, der bei Sonnenschein bestimmt sehr idyllisch ist und ein wenig enttäuscht vom Dom – einer eher kleinen Kirche – ein paar Fotos geschossen.

Enttäuscht vom Dauerregen und kaputt von der Reise haben wir uns also mit unseren Rucksäcken geschultert auf den Weg nach Stamsund gemacht, wo unsere erste Jugendherberge auf uns wartete. Für Norwegen sehr günstige Preise haben wir so von Samstag auf Sonntag in einem Rorbuer – einer für die Lofoten typischen Hütte, die auf Holzstäben im Meer gebaut ist – übernachtet. Neben uns haben noch 1 Spanier sowie 4 Studenten aus Paris in der Herberge übernachtet, die ursprünglich zum Campen nach Norwegen gekommen ebenso enttäuscht und am Frieren waren wie wir. Immerhin hat es zum frühen Abend hin aufgehört zu Regnen, sodass wir ein wenig den Hafen des Ortes und die Gegend angucken konnten, die unsere Gemüter und Vorfreude auf 2 Tage Lofoten sofort steigen lassen hat.

unsere_Herberge

unsere_Herberge

Küche_&_Aufenthaltsraum

Küche_&_Aufenthaltsraum

Nach dem auf dem Feuerofen in der Herberge zubereiteten Standart-Abendessen Spaghetti mit Tomatensoße, einer Portion Tortilla von dem Spanier und einem typischen französischen Nachtisch, der übersetzt irgendwas wie „schwimmende Insel“ heißt und den wir laut unserer Herbergs-„Mitbewohner“ unbedingt probieren mussten sind wir totmüde mit Meeresrauschen unter unserer Rorbuer eingeschlafen.

Ausblick_von_Herberge
Ausblick_von_Stamsund
im_Hafen

An unserem zweiten richtigen Tag auf den Lofoten, hatten wir vor weiter nach Westen auf den Inseln vorzudringen und unsere Herberge zu wechseln. Was wir im Vorfeld nicht bedacht hatten ist, dass seit einiger Zeit Nebensaison und zudem Sonntag war, was zur Folge hatte, dass kein Bus fuhr. So machten wir uns mit unseren sieben Sachen auf dem Rücken zu Fuß auf den Weg in die 11km entfernt gelegene größere Stadt Leknes. 11km mögen sich gerade sehr weit anhören ­ was sie in der Tat auch sein können mit beladenem Rücken – doch ist diese Entfernung für Norwegen eigentlich echt ein Katzensprung. Gott sei Dank hatten wir an diesem zweiten Tag mehr Glück, denn zum einen hat es ausnahmsweise mal nicht geregnet und unser Versuch zu trampen hat nahezu sofort geklappt. So haben wir in der Rekordzeit von nur 35 Min. die Strecke nach Leknes dank einer alten norwegischen Omi und ihrem Klapperauto – für uns die

Gelegenheit unsere spärlichen Norwegischkenntnisse anzuwenden – und für den Rest der Strecke dank eines afrikanischen Pfarrers, der gerade nach Leknes unterwegs war um ein paar Bürger zum Gottesdienst abzuholen bequem zurücklegen können.

Zwei weitere Stunden Wartezeit in Leknes auf unseren Bus nach A, dem westlichsten Ort auf den Lofoten, der sich wirklich nur mit einem Buchstaben schreibt haben wir damit verbracht mit dem üblichen Knäckebrot, billigem Kaviar und norwegischem braunen Karamell-Käse zu frühstücken.

Frühstück_in_Leknes

Frühstück_in_Leknes

An der Haltestelle hat uns eine Amerikanerien Gesellschaft geleistet, die auf den Lofoten unterwegs war um Material für ihre Doktorarbeit über Feminismus zu sammeln. Ich denke zwar, dass die Lofoten der letzte geeignete Platz für eine Vorhaben wie ihrem sind, doch konnten wir viele interessante Eindrücke und Reiseerfahrungen mit ihr austauschen.

Die Wartezeit überlebt und noch immer nicht erfroren, haben wir nach weiteren anderthalb Stunden im warsten Sinne des Wortes Panoramafahrt im Bus A erreicht.

Der kleine Ort, der nahezu komplett aus roten Rorbuern besteht und ganze 100 Einwohner zählt – von denen wir mit Ausnahme unserer Herbergsvermieter niemanden gesehen haben hat uns mit strahlender Sonne, plätschernden Wasserfällen, einem Regenbogen und dem klarsten Meerwasser, das ich je gesehen habe empfangen.

A

A

Zusammen mit zwei Spanierinnen, die Einzigen die zusammen mit uns im Bus saßen und in A ausgestiegen sind haben wir uns auf den Weg zur Jugendherberge gemacht und ein Zimmer wie aus einem Puppenhaus zusammen genommen.

Den Tag und die Sonne genutzt haben wir uns zu 4. auf den Weg zu einer Wanderung um einen See gleich in der Nähe gemacht und den Abend mit einem gemeinsamen Spaghetti 😉 Abendessen ausklingen lassen.

Herberge

Herberge

A's_letzte_Bewohner

A's_letzte_Bewohner

Wanderung_bei_A

Wanderung_bei

Auf den dritten und letzten Tag auf den Lofoten müsst ihr leider_noch etwas warten. Jetzt ruft erstmal mein Abendbrot – Fiskepudding und Kartoffeln.

Vielleicht schon morgen folgt dann die Fortsetzung sowie mein Trip in den Süden Norwegens.

Har det,

Nadine

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3 Kommentare leave one →
  1. Oktober 22, 2009 3:45 pm

    Hei,

    ich lese deinen Blog gerne, da ich selber gerade in Norwegen zwecks Auslandssemester bin. Allerdings bin ich in Bergen.
    Deswegen warte ich schon ganz gespannt, auf denen Beitrag über den Süden. Hast du es denn auch nach Bergen geschafft?

    Har en god god!
    Hilsen fra Bergen

  2. März 1, 2011 4:33 pm

    Toller Beitrag – habe mich wirklich über manche Darstellungen gewundert und bin überrascht, wie toll Eure Erfahrung gewesen sein muss !

    • smorblomst permalink*
      März 2, 2011 11:38 am

      Hallo, danke für die Nachricht.
      Warum denn gewundert? im negativen oder positiven Sinne?
      Also ich kann Norwegen und insbesondere die Lofoten sehr weiterempfehlen…

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