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ab in die Hytta

September 1, 2009

Hei, hei und Velkommen zurueck in der Zivilisation 🙂

Dieses Wochenende ging es fuer 2 Tage in eine Hytta, etwa 35 Km entfernt von Trondheim. Insofern ich mich noch recht erinnern kann, war dies glaube ich eine der anstrengensten Exkursionen meines Lebens und ich nehme mein Fazit bereits vorweg: es gibt keinen besseren Ort um seine koerperlichen Grenzen kennen zulernen als in NORWEGEN !!!

Freitag Nachmittag sassen wir, nachdem wir urspruenglich um 15 Uhr los wollten endlich um 16:30 auf unseren Raedern. So ist das halt mit Suedeuropaern und Planung – ich will niemandem zu nahe treten und keine Vorurteile unterstuetzen, weshalb ich lieber mal keine konkreten Nationen nenne – . Bitte nehmt es mir nicht uebel, wenn ich zurueck in Deutschland noch spaeter zu Verabredungen komme als ich es ja ohnehin schon – fuer deutsche Verhaeltnisse – vorher getan habe 😦 Aber ihr muesst verstehen, dass es wenn man durchschnittlich mit 15 Minuten Verspaetung als eine der Ersten ankommt nicht gerade dazu einlaedt puenktlich zu sein…


Nun aber wieder zurueck zum eigentlichen Thema. Unsere Zentner schweren Rucksaecke mit Verpflegung, Trinken und Klamotten fuer 2 Tage und 15 Personen geschnallt ging es los. Was sich hier noch nach einer netten Radtour anhoert wurde schon nach dem ersten Kilometer zu einer Tortur ueber Stock und Stein, staendig berghoch und -runter um etwa 250 Hoehenmeter verteilt auf 35 Kilometer zu ueberwinden.

kurze Rast und Kartencheck

kurze Rast und Kartencheck

Obwohl irgendwann jemand mit mir das Fahrrad getauscht hat, da ich auf meinem kaum noch vorwaerts – da viel zu klein – gekommen bin, war ein Grossteil der Anstiege nur zu Fuss zu bewaeltigen. Zu allem uebel hat der Regen, der uns die Haelfte unseres Weges begleitet hat meinen Schlafsack und Klamotten durchgeweicht, entschaedigt wurden wir jedoch vor allem am Ende mit wunderschoenen Aussichten und als wir endlich an unserer Hytta angekommen sind mit einem lodernden Lagerfeuer.

Bach zum Trinkflasche auffuellen

Bach zum Trinkflasche auffuellen

Der andere Teil von uns(insgesamt waren wir 27 Leute) ist mit dem Bus gefahren und war schon viel eher da. Nach einem Sprung in den bislang kaeltesten Bergsee, den ich je gesehen und am Ende vor Frost nichteinmal mehr gefuehlt habe, haben wir ueber dem Feuer Wuerstchen und Marshmallows gegrillt. Insgesamt hat sich an diesem Wochenende alles in der Natur abgespielt.

unsere Hytta

unsere Hytta

In der Hytta hatten wir ausser zwei Raumen mit Matratzen nur eine Kueche in der ein alter Feuerofen, ein paar gusseiserne Pfannen und zumindest Besteck und Tassen standen.

Kueche

Kueche

Um zu Kochen haben wir nach Holz gesucht und im Herd oder draussen auf der Feuerstelle Feuer gemacht. Es gab zwar so etwas wie ein Plumsklo draussen, dies war aber leider dermassen eklig und hat gestunken sodass sich alle i.d.R. einfach ein stilles Plaetzen im Wald und zwischen Huegeln gesucht haben. Ein weiteres Manko das wir hatten und das man nach so einem Trip echt zu schaetzen lernt ist frisches und sauberes Wasser. Unsere einzige Wasserquelle war ein See hinter der Hytte, der sowohl unsere Dusche, als auch Trink- und Abwaschwasser darstellte. Trotz Abkochen ist das Wasser nicht weiss geworden und nur eine grosse Ladung Instantkaffe hat den Seegemschmack verbannt, wobei am Boden der Tasse angekommen einem immer noch Algen und sonstige Pflanzenreste entgegengelaechelt haben 😦

Seekaffee

Seekaffee

Abgesehen von diesen fuer die meisten wahrscheinlich „negativen“ Erfahrungen, die jedoch hoechst eindrucksvoll waren haben Blaubeerbuesche und Pilze, die rund um unsere Hytte in Massen zu finden waren das Abenteuer zum Positiven abgerundet. Samstag Abend haben wir also Pilze und Pfannkuchen mit Blaubeeren gegessen und nebenbei zu Gitarrenmusik am Lagerfeuer gesungen 🙂

mit Gitarre an Feuerstelle

mit Gitarre an Feuerstelle

Grillen am Lagerfeuer

Grillen am Lagerfeuer

Dieses Wochenende war gerade weil ohne Wasser, Strom, Supermarkt oder sonst irgendwie etwas in der Naehe eine meiner schoensten und auf jeden Fall abenteuerlichsten Erlebnisse hier in Norwegen. Jedem, der seine Ansprueche nur etwas herunterschrauben kann, dem es nichts ausmacht wie eine Rauchwolke vom Lagerfeuer stinkend, mit schmutzigen Haenden und im Wald herumzugurken, dem kann ich es nur empfehlen einmal so eine Tour mizumachen oder selbst zu planen!!!

So schoen es auch war, vor allem der Weg auf dem Fahrrad zurueck war trotzdem sehr sehr anstrengend und wir alle waren froh, als wir wieder zu Hause angekommen, frisches Wasser und eine warme Dusche mit Shampoo haben konnten.

Endspurt - wieder zu Hause

Endspurt - nass und kaputt wieder zu Hause

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