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letzter Tag auf den Lofoten

Oktober 11, 2009

Hei Hei,

da bin ich wieder – gerade frisch aus dem Fitnessstudio zurückgeschlittert… Es liegt zwar kein Schnee mehr, aber vor 2 Tagen hat es trotzdem noch riesige dicke Schneeflocken vom Himmel gerieselt, auf die man bei uns wahrscheinlich bis Ende Februar oder März warten müsste. Trotz Kälte um den Nullpunkt und glitschigem Eis auf den Straßen ist es gerade ein wunderschöner Herbst, denn alle Bäume sind rot – gelb gefärbt und die Sonne scheint zur Abwechslung sogar ab und zu den ganzen Tag lang 🙂 wunderschön und einfach herrlich 🙂 !!!

Gestern morgen ist Vincenzo leider wieder abgereist und ich habe mir vorgenommen mal wieder ein bisschen im Blog nachzuholen! Bevor, ich mich dem letzten Tag auf den Lofoten widme doch ersteinmal eine weitere Entdeckung auf Norwegens verdrehtem Straßensystem… Kaum zu glauben, aber in diesem weiten Land mit nur 4 Mio. Einwohnern ist es Motorradfahrern untersagt auf Schnellstraßen zu fahren… Ich fahre hier zwar kein Motorrad, würde es aber echt als persönlich und Einschrenkung sehen, denn eine Schnellstraße bedeutet in Norwegen drei Sachen: super ausgebaute und einwandfreie weite Straßen, ein Tempolimit von höchstens 90 kmh und nicht mehr als 3 Autos, die in der Hauptverkehrszeit den Weg passieren. Während den Motorradfahrern die Freiheiten geraubt werden besitzen die Fahrradfahrer hingegen umso mehr – über die ich ich persönlich natürlich sehr freue – denn es ist hier erlaubt in Fußgängerzonen Fahrrad zu fahren 🙂

Nun aber zu dem letzten Tag auf den Lofoten. Nachdem die Spanierinnen bereits sehr früh die erste Fähre zurück zum Festland genommen haben, haben wir uns für den letzten und komplett regenfreien 🙂 Tag noch ein kleines Programm überlegt. Da die öffentlichen Verkehrsmittel einen eh im Stich lassen, wenn es darum geht flexibel reisen zu wollen haben wir uns eine kleine Wanderung in der Nähe überlegt, wobei es nahezu ein Luxus war zum ersten mal keinen schweren Rucksack durch die Gegend schleppen zu müssen.

Von A(auch in der Google Map das A)ging es auf der Straße am Meer entlang bis nach Sorvagen(bei Google „B“). Bereits hier warteten hinter jeder Kurve weitere Wasserläufe und tolle Aussichten, die einem so eigentlich nur im Westen der Inseln begegnen.

bei Sorvagen

bei Sorvagen

Nachdem wir in Sorvagen einen kleinen Abstecher in den Supermarkt gemacht haben -bei uns wohl eher ein Kiosk- und uns mit leichtem Tütenkrams für das Abendessen versorgt haben ging es weiter landeinwärts und bergauf, wo einen je höher man kommt immer mehr kleine Seen und Wasserfälle erwarten.

landeinwärts

Sorvagen

Gebirgssee

Wieder unten angekommen, ging es über Moskenes das letzte Stück mit dem Bus nach Reine, einem kleinen Ort

(bei Google „D“) am Reinefjord. Von hier aus hatten wir geplant die Lofoten weiter vom Wasser aus über den Reinefjord auf einer kleinen Fähre zu erkunden. Sollte es euch einmal auf die Lofoten verschlagen, dann kann ich euch dies nur empfehlen, denn vom Fjord aus sehen die Berge noch eindrucksvoller aus und man entdeckt, dass in ein paar Ecken zwischen Fjord und Bergen – wo die Landschaft es zulässt – noch ein paar Hütten stehen…

Reinefjord

Reinefjord

Abgeschieden von dem Rest der Welt haben wir auf unserer Minifähre diesen kleinen Dörfchen von höchstens 10 Häusern einem nach dem anderen die Post vorbeigebracht. Dies war echt eine eindrucksvolle Erfahrung, denn die Vorstellung wie das Leben in der scheinbar letzten Ecke der Welt, vielleicht sogar ohne Wasser- und Stromversorgung und nur über den Fjord erreichbar sein muss ist denke ich für so gut wie alle von uns unvorstellbar.

Fjordfahrt

Fjordfahrt

Siedlung am Fjord

Siedlung am Fjord

Übergabe der Post

Übergabe der Post

Nach dieser eindrucksvollen Tour haben wir uns auf den Rückweg nach A zu unserer Herberge gemacht. Da – wie zu erwarten war – natürlich kein Bus fuhr, haben wir uns also zu Fuß auf den Weg gemacht, zusammen mit zwei Schweizerinnen, die gerade für 2 Monate mit dem Rucksack in Skandinavien unterwegs waren. Nach ca. 11km Fußmarsch und unserer Herberge wieder sehr nah haben wir noch einen letzten Abstecher auf den Telegrafenmast in ich glaube dem Örtchen Tind gewagt.

Telegrafenmast

Telegrafenmast

Aussicht bis nach A

Aussicht bis nach A

Ortsschild A :-)

Ortsschild A 🙂

Am nächsten Morgen ging es wieder sehr sehr früh mit der Fähre von Moskenes zurück nach Bodo.

Mit auch den beiden Schweizerinnen vom Vortag an Bord konnte uns um die Wette schlecht sein, denn selbst für unsere leeren Mägen war der extreme Wellengang zu viel.

Fähre nach Bodo

Fähre nach Bodo

heile in Bodo angekommen

heile in Bodo angekommen

Um den Tag rumzukriegen haben wir noch einen kleinen Abstecher zur Touristenattraktion Saltstraumen in der Nähe von Bodo gemacht, bei dem sich zu festen Uhrzeiten und in Abhängigkeit vom Mond die Strömung zwischen Mehr und Fluß ändert und sich bis zu 10m tiefe Strudel im Wasser ergeben können. Etwas enttäuscht von dem bei uns sehr schwach ausgefallenen Spektakel ging es um 22Uhr mit dem Flieger dann wieder nach Trondheim zurück!

Saltstraumen

Saltstraumen

Ich werde mich nun erstmal an meine Hausarbeit für die Uni hier setzen, die sich leider nicht von alleine schreibt 😦 Heute Abend steht dann noch der Geburtstag einer Spanierin hier an…

Bis hoffentlich sehr bald,

ganz ganz viele liebe Grüße nach Deutschland!

Nadine

auf der Fähre in Bodo

auf der Fähre in Bodo

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erster Schnee & Lofoten

Oktober 5, 2009

Es ist schon wieder viel zu viel Zeit vergangen, seitdem ich das letzte mal aus dem Land mit der besten Lebensqualität -wie ich es gerade in einer Schlagzeile gelesen habe- berichtet habe.

Wenn ich mich so recht zurück erinnere knapp einen Monat nicht :-(, ich habe dafür aber wieder jede Menge neue Sachen zu berichten von knapp 2 Wochen Reise quer durch Norwegen. Die größte Neuigkeit ist aber, dass es draußen, während ich an meinem Schreibtisch in die Tasten haue zum ersten Mal schneit 🙂 . Zwar nicht sehr doll, aber immerhin hinterbleibt auf dem Rasen ein weißer Schleier und langsam packt mich der Druck mir endlich eine Winterjacke zuzulegen.

Immerhin bin ich zufrieden, denn bevor es mittlerweile immer schwieriger mit dem Reisen wird, da viele Pässe bereits eingeschneit sind und auch immer weniger Fähren ablegen habe ich doch mittlerweile schon so gut wie alles von dem was sich als „Pflichtprogramm“ für einen Austauschstudenten gehört besichtigt.

Vor ca. 4 Wochen bin ich mit Katharina, einer anderen deutschen Austauschstudentin hier aus Trondheim für 4 Tage auf die Lofoten gefahren. Die Lofoten, auch die Alpen Norwegens genannt sind eine wunderschöne Inselgruppe im Norden Norwegens. Mit dem Flugzeug ging es für uns von Trondheim nach Bodo – der den Lofoten nächsten Stadt auf dem Festland – und nach einer kurzen abendlichen Besichtigung Bodos sowie einigen Stunden Schlaf am Flughafen um 5 Uhr morgens direkt weiter nach Svolvaer, der Hauptstadt der Lofoten.

Das ganze ist auf den ersten Blick keine spannende Sache, doch man darf nicht vergessen, dass das ganze in Norwegen etwas anders ist, als man sich das bei uns vorstellt.

Der Flieger, der uns morgens auf die Lofoten gebracht hat war nichts mehr als eine kleine Propellermaschine, die neben uns und 3 weiteren Personen auch gleich die Post für die Insel in ein paar Säcken in der Sitzreihe neben uns transportiert hat.

Schon der Ausblick aus dem Fliegerchen auf die vielen kleinen Inseln bei Sonnenaufgang war die Reise wert. Angekommen in der Kapitale der Lofoten, die es immerhin auf 4000 Einwohner bringt und eine der wenigen Orte mit Supermarkt ist, durften wir unsere Koffer selbst aus dem Kofferwagen zwischen den Postsäcken herausfischen.

unser_Koffer_kommt_an

unser_Koffer_kommt_an

Da es gerade erst kurz vor 6 Uhr morgens war hatten wir geplant noch etwas im Flughafen zu bleiben, uns frisch zu machen und etwas zu frühstücken. Eigentlich kein Problem, wenn der Fughafen – eigentlich eher eine kleine Hütte mit 3 Räumen und Blümchen und Gardinen im „Warteraum“ – vor Ort nicht um 6 Uhr morgens schließen würde, da wir mit dem letzten Flieger für den Tag gekommen sind. Zum Glück taten wir der Angestellten etwas Leid, als wir ihr mitteilten, dass wir weder Auto noch Unterkunft geplant hatten und durften noch länger alleine im Flughafen bleiben.

Der Rest des ersten Tages gestaltete sich so, dass wir zunächst 5 km nach Svolvaer zu Fuß zurückgelegt haben, uns den Ort – leider bei Regen – angeguckt haben, wobei dieser nicht so viel zu bieten hatte außer einer Touristeninformation und ein paar Geschäften.

auf_dem_Weg_nach_Svolvaer

auf_dem_Weg_nach_Svolvaer

Nach einiger Wartezeit haben wir den nächsten Bus genommen und sind einen Ort weiter gefahren, wo nach Beschreibungen unserer Reiseführer der eindrucksvolle Dom(!!!) der Lofoten liegt. Immernoch am Regnen haben wir uns im Schnelldurchlauf – da nur 1 Stunde Zeit bis zum letzten Bus – den Ort angeschaut, der bei Sonnenschein bestimmt sehr idyllisch ist und ein wenig enttäuscht vom Dom – einer eher kleinen Kirche – ein paar Fotos geschossen.

Enttäuscht vom Dauerregen und kaputt von der Reise haben wir uns also mit unseren Rucksäcken geschultert auf den Weg nach Stamsund gemacht, wo unsere erste Jugendherberge auf uns wartete. Für Norwegen sehr günstige Preise haben wir so von Samstag auf Sonntag in einem Rorbuer – einer für die Lofoten typischen Hütte, die auf Holzstäben im Meer gebaut ist – übernachtet. Neben uns haben noch 1 Spanier sowie 4 Studenten aus Paris in der Herberge übernachtet, die ursprünglich zum Campen nach Norwegen gekommen ebenso enttäuscht und am Frieren waren wie wir. Immerhin hat es zum frühen Abend hin aufgehört zu Regnen, sodass wir ein wenig den Hafen des Ortes und die Gegend angucken konnten, die unsere Gemüter und Vorfreude auf 2 Tage Lofoten sofort steigen lassen hat.

unsere_Herberge

unsere_Herberge

Küche_&_Aufenthaltsraum

Küche_&_Aufenthaltsraum

Nach dem auf dem Feuerofen in der Herberge zubereiteten Standart-Abendessen Spaghetti mit Tomatensoße, einer Portion Tortilla von dem Spanier und einem typischen französischen Nachtisch, der übersetzt irgendwas wie „schwimmende Insel“ heißt und den wir laut unserer Herbergs-„Mitbewohner“ unbedingt probieren mussten sind wir totmüde mit Meeresrauschen unter unserer Rorbuer eingeschlafen.

Ausblick_von_Herberge
Ausblick_von_Stamsund
im_Hafen

An unserem zweiten richtigen Tag auf den Lofoten, hatten wir vor weiter nach Westen auf den Inseln vorzudringen und unsere Herberge zu wechseln. Was wir im Vorfeld nicht bedacht hatten ist, dass seit einiger Zeit Nebensaison und zudem Sonntag war, was zur Folge hatte, dass kein Bus fuhr. So machten wir uns mit unseren sieben Sachen auf dem Rücken zu Fuß auf den Weg in die 11km entfernt gelegene größere Stadt Leknes. 11km mögen sich gerade sehr weit anhören ­ was sie in der Tat auch sein können mit beladenem Rücken – doch ist diese Entfernung für Norwegen eigentlich echt ein Katzensprung. Gott sei Dank hatten wir an diesem zweiten Tag mehr Glück, denn zum einen hat es ausnahmsweise mal nicht geregnet und unser Versuch zu trampen hat nahezu sofort geklappt. So haben wir in der Rekordzeit von nur 35 Min. die Strecke nach Leknes dank einer alten norwegischen Omi und ihrem Klapperauto – für uns die

Gelegenheit unsere spärlichen Norwegischkenntnisse anzuwenden – und für den Rest der Strecke dank eines afrikanischen Pfarrers, der gerade nach Leknes unterwegs war um ein paar Bürger zum Gottesdienst abzuholen bequem zurücklegen können.

Zwei weitere Stunden Wartezeit in Leknes auf unseren Bus nach A, dem westlichsten Ort auf den Lofoten, der sich wirklich nur mit einem Buchstaben schreibt haben wir damit verbracht mit dem üblichen Knäckebrot, billigem Kaviar und norwegischem braunen Karamell-Käse zu frühstücken.

Frühstück_in_Leknes

Frühstück_in_Leknes

An der Haltestelle hat uns eine Amerikanerien Gesellschaft geleistet, die auf den Lofoten unterwegs war um Material für ihre Doktorarbeit über Feminismus zu sammeln. Ich denke zwar, dass die Lofoten der letzte geeignete Platz für eine Vorhaben wie ihrem sind, doch konnten wir viele interessante Eindrücke und Reiseerfahrungen mit ihr austauschen.

Die Wartezeit überlebt und noch immer nicht erfroren, haben wir nach weiteren anderthalb Stunden im warsten Sinne des Wortes Panoramafahrt im Bus A erreicht.

Der kleine Ort, der nahezu komplett aus roten Rorbuern besteht und ganze 100 Einwohner zählt – von denen wir mit Ausnahme unserer Herbergsvermieter niemanden gesehen haben hat uns mit strahlender Sonne, plätschernden Wasserfällen, einem Regenbogen und dem klarsten Meerwasser, das ich je gesehen habe empfangen.

A

A

Zusammen mit zwei Spanierinnen, die Einzigen die zusammen mit uns im Bus saßen und in A ausgestiegen sind haben wir uns auf den Weg zur Jugendherberge gemacht und ein Zimmer wie aus einem Puppenhaus zusammen genommen.

Den Tag und die Sonne genutzt haben wir uns zu 4. auf den Weg zu einer Wanderung um einen See gleich in der Nähe gemacht und den Abend mit einem gemeinsamen Spaghetti 😉 Abendessen ausklingen lassen.

Herberge

Herberge

A's_letzte_Bewohner

A's_letzte_Bewohner

Wanderung_bei_A

Wanderung_bei

Auf den dritten und letzten Tag auf den Lofoten müsst ihr leider_noch etwas warten. Jetzt ruft erstmal mein Abendbrot – Fiskepudding und Kartoffeln.

Vielleicht schon morgen folgt dann die Fortsetzung sowie mein Trip in den Süden Norwegens.

Har det,

Nadine

Pub Crawl

September 11, 2009

Hallo,
nachdem so lange schon wieder keine neuen Artikel hier erschienen sind, werde ich an dieser Stelle schnell nachholen, was ich in den ganzen letzten Tagen verpennt habe zu schreiben.
Verpennt zwar nicht im wörtlichen Sinne, aber die Phase der Schreibfaulheit gehört glaube ich zum Leben eines jeden Bloggers.

Wie dem auch sei, in der letzten Zeit hat sich das Leben hier sehr eingependelt und alles nimmt mittlerweile so seinen Lauf. Das Zusammenleben mit meinen Mitbewohnern entwickelt sich von einer Zweck-WG hin zu einem gemeinsamen Zusammenleben, was ich sehr sehr schön ist und viel Spaß macht. Dies ist auch der Grund für die Entdeckung eines meiner neuen Lieblingsgerichte 🙂 Letztes Wochenende haben wir zusammen Nachos gekocht und es war einfach herrlich. Ich habe diesmal leider kein Foto, aber wen es von euch interessiert: Nachos sind Taco-Chips, die es bei uns eigentlich im Kino mit Käse oder Chili-Dip zu essen gibt und die mit Hack und Käse geschichtet wie ein Auflauf gebacken werden. Hier habe ich euch mal einen netten Link zu dem Gericht gesucht – es ist echt lecker, schnell und mal was Neues 🙂
Auch gestern Abend hatten wir wieder einen netten Abend und ein echtes „Vorspiel“ auf norwegisch. Ja, dieses Wort existiert auch auf Norwegisch und wenn ihr euch jetzt fragt auf welche der beiden deutschen Bedeutungsvarianten ich jetzt gleich kommen werde, da muss ich euch jetzt enttäuschen, nämlich: KEINE. Vorspiel auf norwegisch bedeutet einfach nur so etwas wie „Vorglühen“ auf deutsch. Gestern Abend haben wir also in unserer Küche verbracht, mit 5 norwegischen Freundinnen von Ida – die am Ende wohlgemerkt sehr sehr angeheitert waren, da mag noch einer mal sagen Norweger seien trinkfest… -, Fran und der deutsche und belgische Part meiner eigentlichen Clique. Mit Trinkspielen und günstigem Bier aus Schweden haben wir so unseren Abend verbracht bis die anderen noch durch ein paar Pubs im Zentrum gezogen sind.
Da es für mich heute auf die Lofoten geht habe ich es vorgezogen zu Hause zu bleiben.
Meinen Spaß hatte ich dafür bereits letzten Donnerstag 🙂 und ich möchte euch zumindest ein bisschen daran teilhaben lassen, bzw. euch empfehlen: solltet ihr mal die Gelegenheit zu einem PubCrawl haben – nutzt sie! Unsere Aufgabe war: eine Gruppe, bestehend aus 5 Personen zu finden, die international (nicht mehr als 2 Personen aus einem Land) und mit gemischten Geschlechtern besetzt ist. Wir hatten eine knappe Woche Zeit um uns einen Namen, einen Song sowie eine Performance zu diesem und ein schräges Kostüm auszudenken. Das Resultat seht ihr hier:
Ott, Stein and the Spanjards ready to fight

Das was ihr hier seht sind Ott, Stein and the Spanjards VOR dem Pubcrawl und kurz vor unserer ersten Aufgabe. Unsere Mitglieder hier von links nach rechts: Fran (mein Mitbewohner), Katha (aus Würzburg und meine Begleiterin auf die Lofoten), Antonio(ein Spanier aus Belgien, der gerade für 2 Wochen Nick, den anderen Belgier unserer Clique besucht), Jelle(ein anderer Belgier und Freund von Nick), meine Wenigkeit und unsere persönliche Gruppenjury norwegischer Abstammung, wobeiich seinen Namen gerade vergessen habe. Wir mussten insgesamt 5 Trink-, bzw. Saufspiele machen, auf unserem Weg durch Trondheims City und von Pub zu Pub. pubc1pubc2pubc3

Zum Abschluss, bevor der Sieger gekrönt wurde musste jedes Team seinen Song zu Karaoke performen. Obwohl unser Zustand zu der Zeit nichts mehr an „Professionalität“  zugelassen hat und wir uns alles Üben im Vorfeld auch getrost hätten sparen können hat es super Spaß gemacht 🙂 Falls ihr jetzt auch gerade Lust auf Karaoke singen bekommen haben solltet, kommt hier unser Song in der Karaokeversion life von Youtube;-) …

Chubby Checker: \“Lets twist again\“

Während ich gerade meine Bilder durchgeguckt habe bin ich auf ein Foto gestoßen, dass ich auf jeden Fall posten wollte und das sehr deutlich die Beziehung zwischen Norwegern und ihrem Wetter verdeutlicht. Bereits Kjell, mein Norwegischkurslehrer meinte, dass Norweger kein anderes Thema so breit und zerreden wie das Wetter… Hier nun das Titelbild einer norwegischen Tageszeitung und der Ausdruck an 100% Freude über ein bisschen Sonne an norwegens Himmel:

Norweger und das Wetter ...

Norweger und das Wetter ...

(Sorry übrigens – hätte das Bild vorher mal drehen sollen, aber ich denke man kann die riesige Sonne die einem da entgegenlacht auch von der Seite gut erkennen). Wo ich geradebeim Thema Wetter sind kann ich nur sagen, dass ich alle die südlich von Norwegen sind echt beneide. Allein schon die Regenwolken am Himmel lassen alles dunkler werden und wenn man versucht die Tage ohne Regen zu zaehlen kann man dies in einem Monat denke ich getrost an einer Hand schaffen 😦 Wie schon erwähnt geht es dieses Wochenende auf die Lofoten. Die Lofoten sind eine Inselgruppe 880 km(Straßenentfernung) nördloch von Trondheim. Da ich keinen Platz für den organisierten Trip auf die Lofoten bekommen habe, habe ich mich mit Katharina zusammengesetzt und wir haben kurzerhand und sehr spontan diesen Dienstag angefangen unseren eigenen Lofotentrip zu planen. So geht es heuteAbend im Flieger von Trondheim nach Bodo, morgen sehr früh weiter nach Svolvaer auf den Lofoten und am Dienstag mit Fähre und Flieger wieder zurück. Wie es war und ob wir weggeflogen sind 😉 werdet ihr dann nächste Woche lesen. Fest steht, dass uns nicht mehr als 7-10 Grad, Regen und Wind erwarten werden und ich hoffe dass wir es auch zurückschaffen werden, da für diese Woche wegen Sturm bereits Fähren abgesagt wurden. Die Inseln sollen trotzdem traumhaft sein und wo ich schon einmal so weit im Norden bin muss ich sie auch unbedingt mitnehmen und einmal selbst dort hinfahren. Damit ihr eine Vorstellung davon habt wo ich mich dieses WE aufhalte hier noch eine kleine Karte mit der Rute von Trondheim im Süden nach Svolvaer, der „Hauptstadt“ der Lofoten im Norden:


Schöne Bilder von den Lofoten habe ich auch bei Flickr gefunden, wobei bald natürlich auch meine eigenen hier erscheinen werden. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, bis bald,
Nadine

ab in die Hytta

September 1, 2009

Hei, hei und Velkommen zurueck in der Zivilisation 🙂

Dieses Wochenende ging es fuer 2 Tage in eine Hytta, etwa 35 Km entfernt von Trondheim. Insofern ich mich noch recht erinnern kann, war dies glaube ich eine der anstrengensten Exkursionen meines Lebens und ich nehme mein Fazit bereits vorweg: es gibt keinen besseren Ort um seine koerperlichen Grenzen kennen zulernen als in NORWEGEN !!!

Freitag Nachmittag sassen wir, nachdem wir urspruenglich um 15 Uhr los wollten endlich um 16:30 auf unseren Raedern. So ist das halt mit Suedeuropaern und Planung – ich will niemandem zu nahe treten und keine Vorurteile unterstuetzen, weshalb ich lieber mal keine konkreten Nationen nenne – . Bitte nehmt es mir nicht uebel, wenn ich zurueck in Deutschland noch spaeter zu Verabredungen komme als ich es ja ohnehin schon – fuer deutsche Verhaeltnisse – vorher getan habe 😦 Aber ihr muesst verstehen, dass es wenn man durchschnittlich mit 15 Minuten Verspaetung als eine der Ersten ankommt nicht gerade dazu einlaedt puenktlich zu sein…


Nun aber wieder zurueck zum eigentlichen Thema. Unsere Zentner schweren Rucksaecke mit Verpflegung, Trinken und Klamotten fuer 2 Tage und 15 Personen geschnallt ging es los. Was sich hier noch nach einer netten Radtour anhoert wurde schon nach dem ersten Kilometer zu einer Tortur ueber Stock und Stein, staendig berghoch und -runter um etwa 250 Hoehenmeter verteilt auf 35 Kilometer zu ueberwinden.

kurze Rast und Kartencheck

kurze Rast und Kartencheck

Obwohl irgendwann jemand mit mir das Fahrrad getauscht hat, da ich auf meinem kaum noch vorwaerts – da viel zu klein – gekommen bin, war ein Grossteil der Anstiege nur zu Fuss zu bewaeltigen. Zu allem uebel hat der Regen, der uns die Haelfte unseres Weges begleitet hat meinen Schlafsack und Klamotten durchgeweicht, entschaedigt wurden wir jedoch vor allem am Ende mit wunderschoenen Aussichten und als wir endlich an unserer Hytta angekommen sind mit einem lodernden Lagerfeuer.

Bach zum Trinkflasche auffuellen

Bach zum Trinkflasche auffuellen

Der andere Teil von uns(insgesamt waren wir 27 Leute) ist mit dem Bus gefahren und war schon viel eher da. Nach einem Sprung in den bislang kaeltesten Bergsee, den ich je gesehen und am Ende vor Frost nichteinmal mehr gefuehlt habe, haben wir ueber dem Feuer Wuerstchen und Marshmallows gegrillt. Insgesamt hat sich an diesem Wochenende alles in der Natur abgespielt.

unsere Hytta

unsere Hytta

In der Hytta hatten wir ausser zwei Raumen mit Matratzen nur eine Kueche in der ein alter Feuerofen, ein paar gusseiserne Pfannen und zumindest Besteck und Tassen standen.

Kueche

Kueche

Um zu Kochen haben wir nach Holz gesucht und im Herd oder draussen auf der Feuerstelle Feuer gemacht. Es gab zwar so etwas wie ein Plumsklo draussen, dies war aber leider dermassen eklig und hat gestunken sodass sich alle i.d.R. einfach ein stilles Plaetzen im Wald und zwischen Huegeln gesucht haben. Ein weiteres Manko das wir hatten und das man nach so einem Trip echt zu schaetzen lernt ist frisches und sauberes Wasser. Unsere einzige Wasserquelle war ein See hinter der Hytte, der sowohl unsere Dusche, als auch Trink- und Abwaschwasser darstellte. Trotz Abkochen ist das Wasser nicht weiss geworden und nur eine grosse Ladung Instantkaffe hat den Seegemschmack verbannt, wobei am Boden der Tasse angekommen einem immer noch Algen und sonstige Pflanzenreste entgegengelaechelt haben 😦

Seekaffee

Seekaffee

Abgesehen von diesen fuer die meisten wahrscheinlich „negativen“ Erfahrungen, die jedoch hoechst eindrucksvoll waren haben Blaubeerbuesche und Pilze, die rund um unsere Hytte in Massen zu finden waren das Abenteuer zum Positiven abgerundet. Samstag Abend haben wir also Pilze und Pfannkuchen mit Blaubeeren gegessen und nebenbei zu Gitarrenmusik am Lagerfeuer gesungen 🙂

mit Gitarre an Feuerstelle

mit Gitarre an Feuerstelle

Grillen am Lagerfeuer

Grillen am Lagerfeuer

Dieses Wochenende war gerade weil ohne Wasser, Strom, Supermarkt oder sonst irgendwie etwas in der Naehe eine meiner schoensten und auf jeden Fall abenteuerlichsten Erlebnisse hier in Norwegen. Jedem, der seine Ansprueche nur etwas herunterschrauben kann, dem es nichts ausmacht wie eine Rauchwolke vom Lagerfeuer stinkend, mit schmutzigen Haenden und im Wald herumzugurken, dem kann ich es nur empfehlen einmal so eine Tour mizumachen oder selbst zu planen!!!

So schoen es auch war, vor allem der Weg auf dem Fahrrad zurueck war trotzdem sehr sehr anstrengend und wir alle waren froh, als wir wieder zu Hause angekommen, frisches Wasser und eine warme Dusche mit Shampoo haben konnten.

Endspurt - wieder zu Hause

Endspurt - nass und kaputt wieder zu Hause

Søvassli

August 27, 2009

Am ersten Augustwochenende und zugleich auch unserem letzten Wochenende waehrend des Sprachkurses sind wir fuer ein Wochenende mit unserem und zwei weiteren Kursen nach Søvassli gefahren. In unserer Jugendherberge

unsere Zimmerbelegung :-)

unsere Zimmerbelegung 🙂

angekommen, wie in alten Schulzeiten um Zimmer gekaempft 😉 um 17:30 Uhr Abendbrot, bzw. „middag“ gegessen – hiermit gleich die Einfuehrung in norwegische Essgewohheiten – haben wir uns direkt auf den Weg zum Strand gemacht.

Am wunderschoenen Sandstrand des Sees nebenan, wobei man in Norwgen unter „nebenan“ mindestens 20 Minuten Fussmarsch zum gemeinten Ort einrechnen muss haben wir unseren Abend mit Volleyball, Rudern auf dem See, dem Viking-Spiel und Lagerfeuer zelebriert.

Lagerfeuer am See

Lagerfeuer am See

unser See

unser See

Nach dem Sonnenuntergang sind wir alle zurueck in die Herberge gekehrt wo Scones (zwar nicht norwegisch aber trotzdem lecker), Obst, Saft, Tee und Kaffee auf uns warteten und man gemeinsam bei Klaviermusik – unter uns befanden sich so einige Klavierspieltalente – den ersten Tag ausgehen lassen konnte. In Norwegen isst man zwar frueh Abendbrot, aber kurz vor dem Schlafen gehen gibt es trotzdem immer noch eine Kleinigkeit zu essen, wobei mir der entsprechende Name fuer dieses gerade nicht mehr einfaellt. Ein kleiner persoenlicher Kommentar zu unserem Aufenthalt: da wir in einem christlichen Wohnheim untergebracht waren, war Alkohol streng untersagt. Dies war meines Erachtens eine echte Bereicherung, die Athmosphaere gleich viel entspannter und wir haben gesehen, dass es auch ohne geht 🙂

Zur Staerkung fuer einen langen und anstrengenden Samstag haben wir nach der „Frokost“, dem Fruehstueck unsere „Matpakke“ vorbereitet und in unseren Wanderrucksaecken verstaut. Matpakke, das Lunchpaket auf norwegisch darf hier NIE fehlen und ist tief verwurzelt in den Gebraeuchen der Norweger – vor allem wenn es um das Wandern geht!

Mit Sonne, fuer Norwegen hochsommerlichen Temperaturen (also um die 21 Grad), Wanderstiefeln und geschulterten Rucksaecken haben wir uns auf den Weg gemacht um die Berge rund um Sovassli zu erkunden. Wir haben dabei nicht nur gelaufene Kilometer, sondern auch einige Hoehenmeter hinter uns gelassen und konnten mit ansehen wie die Pflanzen in der hoehe immer weniger wurden, bis wir am Ende nur noch von Moosen und Stein umgeben waren.

Ich denke, dass Fotos auch an dieser Stelle wieder mehr sagen, als tausend Woerter versuchenden Beschreibens. Viel Spass beim angucken und ich kann euch sagen, dass in Wirklichkeit alles noch viel viel schoener ist. Wenn ihr es also irgendwann mal einrichten koennt – guckt euch das alles am besten selbst an, es lohnt sich !

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Blick auf unseren See

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noch lange nicht oben

Sumpfgebiet

Sumpfgebiet

IMG_1195Nach unserem langen anstrengenden Wanderausflug am Samstag hatten wir am Sonntag vor unserer Abreise die Moeglichkeit unseren Muskelkater vor weitere kleinere Herausforderungen zu stellen. Aber als mittlerweile gut ausgebildete und erprobte Wikinger stellten auch die Kletterwand, Seilbahn und noch eine Runde Rudern auf dem See zu bewaeltigende Aufgaben dar und sorgten fuer sehr viel Spass.

Seilbahn

Seilbahn

Klettern

Klettern

Beginn meiner Ruderkarriere ;-)

Beginn meiner Ruderkarriere 😉

Das wars erstmal zu unserem Wochenendtrip nach Sovassli. Nun mache ich mich erstmal auf den Weg zum Salsakurs und danach noch ein bisschen das Partyleben in Trondheims Innenstadt geniessen.

Har det bra !

Viking Hiking, sykkel & norskkurs

August 26, 2009

Nach einem weiteren tagelangen Kampf und Ringen mit meinem Computer, alles platt machen und neu installieren bin ich nun stolzer Besitzer eines komplett funktionierenden Computers *juhuuu* – eine wahre Bereicherung, ebenso wie das Fahrradschloss, dass ich nun besitze 🙂

Ihr seht, in meiner computerfreien Zeit hatte ich jede Menge Zeit um mich um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu kümmern und mir zum Beispiel ein Fahrrad zuzulegen.

Im Angesicht der Preise für Busfahrkarten ist dies auch sehr wichtig und darf allgemein im Studentenleben hier nicht fehlen. Auch wenn nur ein Pedal, leichte Achten in beiden Reifen und nur eine Bremse habe ich es mittlerweile sehr liebgewonnen, denn zumindest kommt man schnell bergab und ist mobil 🙂 Auch wenn wir das bergauf fahren noch ein bisschen üben müssen, hoffe ich dass ich es auch im Winter noch so lange wie möglich nutzen kann.

Nun aber zu meinen letzten drei Wochen hier in Trondheim und meinen ersten Erfolgen 🙂

Neben der bestandenen Norwegischklausur vor einer Woche, habe ich vor 3 Wochen meinen ersten PhD bekommen und zwar in Viking Hiking !!! Ein Part unseres Norwegischkurses sah quasi vor uns zu richtigen Wikingern auszubilden 🙂 Wie das ging hier im Schnellüberblick und ein paar Fotos als Beweis:

Mein PhD in Viking – Hiking !

proud of being Vikings

proud of being Vikings

IMG_10293 Seen mit 3 Aufgaben zu durchschwimmen, 16 Grad Wassertemperatur, eine grosse Horde eifriger Studenten und 3 Märsche zum und zwischen den Seen:

mein PhD in Viking Hiking

mein PhD in Viking Hiking

Um den Tag auch richtig norwegisch ausgehen zu lassen, haben wir uns in unserer üblichen Gruppe und um einen belgischen Studenten reicher in Alex‘ Kueche versammelt und Fiskeboller mit Reis probiert. Zugegeben, in der norwegischen Küche müssen wir uns noch etwas verbessern, denn das Ganze war einfach viel zu weiss und geschmackslos, aber uns steht ja noch ein bisschen Zeit bevor. Wen es interessiert: Fiskeboller kann man sich vorstellen wie Marshmallows mit sehr dezentem Fischstäbchengeschmack.

Fiskeboller

Fiskeboller

Ich habe mich mal bei meiner Mitbewohnerin schlau gemacht und sie hat mir erzählt, dass man sie hier in Norwegen üblicherweise mit Kartoffeln, weisser Sauce und Gemuese isst.

Obwohl mittlerweile bereits erfolgreich abgeschlossen hier noch ein bisschen was zum intensive norwegian summercourse. Der Kurs wurde seiner Bezeichnung „intensive“ sehr gerecht, hat aber sehr viel Spass gemacht. Mit einem sehr sehr netten Norwegischlehrer namens Kjell, der so ähnlich, aber nicht genauso wie die Tankstelle Shell ausgesprochen wird, einer sehr netten Gruppe und einem super Begleitprogramm nebenbei hätte ich keinen besseren Start hier haben können.

Immer offen für ein bisschen Spass nebenbei haben wir zwischendurch Geburtstagskuchen gegessen, den ich zusammen mit ein paar anderen für einen aus unserem Kurs gemacht habe, norwegische Lieder gesungen, Fotosession gemacht und zum Abschluss ein sehr leckeres internationales Frühstück, bei dem jeder etwas typisches mitgebracht hat.

unser Sprachkurs

unser Sprachkurs

Es geht wieder los !

August 23, 2009

Endlich kann es weiter gehen! Diejenigen unter euch, die wahrscheinlich schon vermutet haben, dass ich hier viel zu beschaeftigt bin um zum Bloggen muss ich an dieser Stelle leider enttaeuschen. Langeweile taucht hier zwar noch lange nicht auf, doch war es mein Computer der mich vor 2 Wochen im Stich gelassen hat und ohne den ich mich hier einfach nur hilflos gefuehlt habe. Es ist doch erschreckend wie sehr das Leben von so einem kleinen Maschienchen abhaengen kann, doch war ohne PC der Draht zur Aussenwelt und nach Deutschland quasi gekappt – wie die meisten von euch evtl. gemerkt haben…

Zwar habe ich in der Zwischenzeit versucht ueber andere Wege – wie ueber den PC meines ghanesischen Mitbewohners – ins Internet zu kommen, doch hat mir seine komische Tastatur nichts mehr als das komplette Sperren meines E-Mail Accounts eingebracht.

Mein Mitbewohner – der erste Punkt von so Vielen, die ich in diesem Eintrag unbedingt nachholen muss. Ich bin morgen genau bereits einen Monat hier und in der Zwischenzeit ist einiges Neues passiert. Fange ich mit den tagtaeglichen, aber trotzdem sehr spannenden Dingen an: meine WG, in der es an Unterschiedlichkeit zwischen ihren Bewohnern alles andere als mangelt. Auf der einen Seite habe ich eine sehr sehr nette norwegische Mitbewohnerin namens “Ida”, Paedagogik- und ehemalige Afrikanistik Studentin, die sehr sehr ruhig und unauffaellig ist. Auf der anderen Seite wohnt Emmanuel aus Ghana, der nach mir angekommen ist, Psychologie studiert und selbst fuer Ida und ihren abgeschlossenen Afrikanistik-Bachelor ein grosses Raetsel bleibt. Zwar sind vor allem fuer den norwegischen Part unserer WG bereits die gemeinsamen spanischen Abendessen sehr seltsam, denn dabei kommt einfach eine grosse Schuessel in die Mitte des Tisches und alle essen gemeinsam aus diesem einen Behaelter, doch toppt die afrikanische Partei jedes Mass an „diversity“.

Obwohl ich mit Emmanuel – dem Mitbewohner aus Ghana- nach seiner Ankuft den Sinn eines Kuehlschranks ausdiskutieren musste – der fuer uns Europear so selbstverstaendlich ist, dass wir gar nicht mehr darueber nachdenken – bin ich ihm mittlerweile schon sehr dankbar, dass er zumindest den Herd zum kochen benutzt. Bloss zwei Haeuserbloecke weiter wusste ein Freund von ihm auch hiermit nichts anzufangen und hat schlicht und einfach ein kleines Feuerchen in der Kueche gemacht ueber dem er sich sein Essen zubereiten wollte :-). Das ganze Dilemma ist Gott sei Dank noch gut ausgegangen! Neben diesen sehr aussergewoehnlichen Erlebnissen kann man dennoch auch eine ganze Menge dazulernen. Zum Beispiel ueber grundsaetzliche Fragen: Warum feiern wir eigentlich nicht den Tag an dem wir gute Freunde kennengelernt haben, aber legen so viel Wert auf den Geburtstag oder Hochzeitstag? Sind uns Freundschaften einfach weniger Wert? Auch ueber Malaria, wie man sich vor ihr schuetzen kann und wie die Ueberlebenschancen so stehen bin ich mittlerweile bestens informiert. Was ich sehr erstaunlich fand und hier einfach mal hinterlassen muss um unsere stereotypischen Bilder von Afrika bzw. Ghana auf den richtigen Weg zu bringen: in Ghana trennt man – wenn auch nur in der Stadt, aber immerhin – Abfall wie bei uns auch! Nichts desto trotz scheint es mir einfach unmoeglich dieses Land und seine Einwohner zu verstehen, die auf der einen Seite Muell trennen, ein Handy und Computer besitzen, aber auf der anderen Seite keinen Kuehlschrank brauchen und seltsame Traditionen haben und zum Beispiel ihre Sonne nach grossartigen Ereignissen zu benennen. So hat in Ghana, als vor kurzem Obama im Land zu Besuch war eine Woche lang statt der Sonne einfach mal die “Obama” gescheint.

Da morgen frueh wieder die Uni ruft mache ich hiermit erstmal Schluss – mit ein bisschen Werbung fuer meinen naechsten Artikel, in dem ich ueber mein Viking-Hiking PhD, unser Wochenendtrip in die Berge, ein paar neue Erkenntnisse in puncto Norwegen und mein Wochenende bei Idas Familie und in Schweden sowie meiner Elchbegegnung berichten werde.

Har det bra!